Verliebe dich in deine Meditation

Ich empfand Meditation schon immer als ein Bereicherung. Weder Ungeduld noch Unruhe plagten mich währenddessen. Auch empfand ich keine Angst vor dem, was da vielleicht sichtbar werden könnte. Und doch gelang es mir nicht ,Meditation zu einer wirklich täglichen Routinen werden zu lassen. Es war eher so eine On und Off Beziehung.

Nach Meditations-Retreats oder Workshops fiel es mir leichter, die Regelmäßigkeit durchzuhalten – doch noch immer war Meditation kein tägliches Bedürfnis, eher ein Muss.

Mittlerweile ist Meditation zu einem solchen Bedürfnis geworden – ein Ort der Zuflucht und etwas ganz selbstverständliches. Ein Tag ohne, fühlt sich nicht komplett an und ICH fühle mich nicht komplett. Was alles verändert hat?

Die Intensität meiner Meditation nahm zu dem Zeitpunkt zu, an dem ich wirklichen Frieden mit mir geschlossen habe. Ich kann immer noch das Ein oder Andere an mir bemängeln oder nicht wirklich super finden, aber es ändert nichts an einer tiefen Akzeptanz, die ich mir selbst gegenüber gewonnen habe. Ich habe das Gefühl, dass je mehr ich mich selbst liebe, die liebevolle Energie der Meditation spürbar und erfahrbar wird. Vielleicht hat auch die Praxis dazu beigetragen, dass diese Akzeptanz entstehen konnte. Egal, was zuerst da war – ich denke diese beiden Aspekte gehören unbedingt zusammen.

Swami Muktananda schreibt, dass in unserem Innen eine göttliche Freude ist, neben der die von uns erfahrenen Freude der Außenwelt wie ein Schatten erscheint.  In uns wohnt eine göttliche Flamme, das Licht des Selbst, und wenn deine Shakti durch Meditation erweckt ist, wirst du dieses Licht in deinem Innern scheinen sehen. 

Das Höchste, das Göttliche oder wie auch immer wir es benenne wollen, ist Teil von uns, ist unser Selbst. Es bedarf lediglich einen Weg, um die Tür zum Innere Herz zu öffnen, um diese Essenz/Liebe, dieses Alles auch zu erfahren und zu fühlen.

Um etwas wirklich zu einer Routine werden zu lassen, müssen wir es mögen. Es muss uns Freude bereiten, im Idealfall lieben wir unsere Meditationspraxis und listen sie nicht nur als ein weiteres to Do  auf.

Mehr als dass ich über die Benefits der Meditation nachgedacht habe, gab ich mich nach der Meditation der Kontemplation hin. Was ist währenddessen passiert? Wie habe ich mich gefühlt? Wie fühle ich mich jetzt? Meditation ist wie ein Geschenk, dass wir entgegen nehmen dürfen. Wir kreieren lediglich die Situation, dass Meditation passieren darf, in dem wir uns entsprechend setzten, einen Ort der Ruhe kreieren, den Atem vertiefen und beobachten (oder eine andere Technik nutzen) um dem Geist seinen Platz zu geben.

Neben diesem Part, der etwas Bemühen fordert, bedarf es das Pendant des Loslassens, Empfanges oder der Hingabe. Ich glaube, ich habe mich viel zu sehr angestrengt, lange Jahre, da ich dachte ich muss etwas richtig machen oder besser oder anders. Doch nachdem mein Ausgangspunkt der ist, dass alles schon richtig ist, ich richtig bin, wurde eine weitere Tür geöffnet und die Meditation ist ein wirklich guter Freund geworden.