Wo fange ich an?

Auch für diesen Beitrag erhielt ich Inspiration aus einem meiner Trainings.

Diesmal kam die Frage auf, wie wir eine Yogaklasse beginnen können. Es kamen unterschiedliche Vorschläge u.a. auch der in Balasana oder im Liegen zu starten. 

Ich möchte keine Regeln aufstellen sondern an die Erfahrung von euch appellieren. Was nehmt ihr wahr, wenn ihr auf bestimmte Weise  in eure Praxis startet? Was passiert im Körper und wie verändert sich die Energie im Raum?

Ich habe festgestellt, dass ein aufrechter Sitz für mich am besten funktioniert. Nicht nur für meine eigene Praxis sondern auch für die Energie der Klasse.

Warum? Der aufrechte Sitz kreiert eine Verbindung mit unserer energetischen Basis zum Boden/der Erde. Das Becken darf schwer werden und wir können Wurzeln schlagen – in diesen Augenblick, hier auf der Erde in die Verkörperung unseres Seins und an diesem speziellen Ort. Erdung schafft ein inneres und äußeres Fundament und Ruhe. Kundalini Shakti kann von unten nach oben aufsteigen. 

Unsere innere Achse kreiert gleichzeitig auch die Verbindung nach oben, zum Bewusstsein, zum Höheren. Es steigt also auch Energie von oben nach unten und sammelt sich in uns – im Herzzentrum. Durch die aufrechte Haltung sind wir ein Kanal, verbinden uns mit unserem irdischen Sein und unserem höheren Bewusstsein. Daraus entsteht Präsenz. Wir honorieren alle Teile unseres Da-Seins und stehen in Verbindung und Austausch mit diesen,  sowie mit Mutter-Erde und dem Universum. 

Auch wird der Atem gut erfahrbar im Sitz. Wir können beobachten wie und wo er fliesst, ihn sanft lenken und vertiefen. Gelingt es uns dann auch noch aus unseren gewohnten Denkmustern zu finden, dann unterstützen wir in dieser Position die Beobachterperspektive – higher perspective. Wenn der Kopf nicht mehr den Verstand im Vordergrund hat sondern den Geist, arbeitet dieser wunderbar für eine Vertiefung unseres Bewusstseins und erfüllt damit eine wichtige Absicht des Yogas.