Erschöpfung vs. Empfangen

Das Bild eines Yogalehrers/Lehrerin zeigt uns meist strahlend und glücklich aussehende Gesichter, gesunde Körper in einer traumhafter Umgebung.

Doch entsprich das der Realität? Ich wage es sehr zu bezweifeln.

Wenn ich mir mein und das Leben von befreundeten Kollegen so anschaue, nehme ich immer wieder wahr, wie groß die Aufgabe ist und was wir eigentlich leisten. Wir kreieren sichere Räume in denen der Schüler seine Erfahrung machen kann. Wir schaffen Atmosphäre, in der sich der Praktizierende mit sich selbst verbinden kann. Wir sehen in der Gruppe jeden, fühlen seinen Prozess, stabilisieren Momente, in dem wir die Energie dichter werden lassen oder Energie einladen uns und den Schüler zu stützen. Das fordert volle und 100% Aufmerksamkeit, eine eigenen stabile Praxis, so dass wir als „Gefäß“ stark und rein sind.

Würden wir das ganz alleine „wuppen“, wäre jeder Lehre schon im Burnout gelandet.

Momente der Erschöpfung, in denen ich nach Trainings wirklich müde bin und mich ausgelaugt fühle, lassen mich noch genauer hinschauen, wo ich Energie verliere. Und es ist für mich ganz normal, dass das passiert, denn Reisen, immer volle Präsenz zeigen  und auch einfach viel Arbeiten kann nun mal müde machen. Und trotzdem versuche ich zwischen Müdigkeit und Erschöpfung zu unterscheiden. Was können wir als Yogalehrer also tun, um in unserer Kraft zu bleiben?

Ein wichtiger Aspekt ist, dass wir verstehen müssen, dass wir nicht alleine sind und „das“ auch nicht alleine machen können.

Neben all den Self-Care-Tools, die du unter anderem im Buch „Yoga Lehren“ findest, ist das Wichtigste verbunden zu bleiben. Was ich damit genau meine? Nur wenn wir Shakti durch uns wirken lassen, ein starker Kanal bleiben und Verbindung zu Grace/Shakti/dem Höchsten (wie auch immer ihr das für euch benennen wollt) halten, dann können wir ehrenvoll diese Aufgabe bewältigen. Es geht also darum sich selbst in der Praxis zu stabilisieren und in dieser Stabilität, eine Hingabe und Durchlässigkeit möglich zu machen, die Energie fliessen lässt. Wenn wir zu sehr mit uns beschäftigt sind und glauben das tatsächlich wir es sind, die so wunderbar unterrichten, dann trennen wir die Verbindung. Doch durch ein Spüren und dankbares Empfangen mit Hingabe an die Praxis an sich, können wir die größere Kraft (Shakti), die universelle Weisheit und absolute Liebe für den Unterricht nutzen und wirken lassen. Wenn diese Energie präsent ist, dann bleibst du als Yogalehrers gestützt und die Schüler nehmen Tiefe und Dichte wahr, in der sie sich erfahren können.