Herz-Themen in der Klasse

Die Bedeutung von (Herz) -Themen in der Yogaklasse

In meiner erste Anusaraklasse habe ich mich auf Anhieb neu ins Yoga verliebt. Bis dahin war mir nicht klar, was mir in den bisherigen Klassen gefehlt hat. Doch es blieb immer eine Art Sehnsucht übrig.

In besagter Klasse durchwob der Lehrer kunstfertig ein „Thema“ in die Klasse. Unmittelbar wurde dadurch nicht nur mein äusserer physischer Körper angesprochen, sondern auch der innere Körper. Die Praxis wurde komplett. Alles scheint mit zu praktizieren, sich zu durchdringen und schafft dadurch ein Gefühl von Ganzheit im Körper.

Ein Thema, die Sprache, die Auswahl der Stellungen und der Bezug zum Höchsten verwoben miteinander ergeben ein einzigartiges Muster und Kunstwerk.

Bis heute liebe ich es Themen für Klassen/Workshops zu entwickeln, sie mit physischen Instruktionen zu verweben, um sie im Körper erfahrbar zu machen. Alles was wir erfahren, findet im Körper statt. Durch Themen können wir Werte und Qualitäten in den Körper bringen – sie quasi verkörpern.

„Das Herzensthema einer Klasse kann bei den SchülerInnen einen tieferen Zugang zur yogischen Philosophie oder zum Bewusstsein ermöglichen. Die Werte einer jahrhundertealten Tradition finden besonders dann ihren Weg zu den YogaschüerInnen, wenn sie als Thema aktuell und zeitgemäß aufbereitet sind und einen konkreten Alltagsbezug haben. Diese Themen inspirieren dann sowohl die SchülerInnen, als auch dich selbst als LehrerIn dazu, die Asana-Praxis mit der tieferen Bedeutung des Yoga zu verbinden.

Ein Thema für die Yogaklasse sollte immer gelebtes Wissen und eine authentische Erfahrung sein. So verbinden wir philosophische Aspekte mit alltäglichen Gegebenheiten. Dadurch wird den SchülerInnen bewusst, dass Yoga nicht nur auf der Matte stattfindet, sondern darüber hinaus auch in das „normale“ Leben übergeht. Die Kunst, themenbezogene Klassen zu konzipieren ermöglicht es, die Lehren mit Einsicht, tiefem Gefühl, persönlicher Bedeutung, Selbsterforschung und universeller Wahrheit anzureichern. Als Yogalehrende nutzen wir eine einfach zugängliche Sprache, das heißt, eine Umgangssprache, die jeder verstehen kann und die Verbindung zwischen Yogapraxis und Alltag herstellt.“ aus dem Buch „Yoga Lehren“

Sprache ist DAS Werkzeug um Themen in der Klasse zu vermitteln. Die Kraft der Sprache schafft Feinheiten im Erleben, transportiert Atmosphäre und beinhaltet sogar Schwingung.

„Ein konkretes Thema hilft dabei, einen festen Anker für die SchülerInnen zu schaffen, eine beständige Grundlage, um ihr persönliches Verständnis zu erweitern. Ein Thema setzt auch einen klaren Bezugspunkt für die Klasse und ermöglicht ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gemeinschaft. Das Thema dient außerdem als eine Art Erinnerung, dass die Praxis des Yoga sowohl auf der Matte als auch „fern der Matte“, nämlich im alltäglichen Leben, stattfindet. Die Integration von Körper, Geist, Herz und Seele oder Bewusstsein wird in der Praxis verstärkt, wenn ein yogisches Thema diese Praxis durchdringt.“ aus dem Buch „Yoga Lehren“

Das System des Anusara Yoga hat Herzthemen als festen Bestandteil. Die Tantrische Philosophie, die physische Ausrichtung, der Bezug zum Höchstens findet u.a. über die Sprache, die Auswahl der Stellungen und das Thema in die Klasse und den Körper. Die Komplexität des Yoga wird dadurch  greifbar und erlebbar.